Welche neuen Möglichkeiten das Thema Social Media für Transport- und Speditionsbetriebe bietet, um qualifizierte Logistikfachkräfte zu finden. Teil 3 der Social-Media-Serie.
Bei der Suche nach Personal setzen Unternehmen immer häufiger auf soziale Online-Netzwerke wie Facebook,
Linkedin oder Xing. So suchten in 2010 schon 29 Prozent der Firmen in Deutschland neue Mitarbeiter im Web 2.0.
Zum Vergleich: 2009 zuvor waren es nur 12 Prozent. Das ermittelte der Hightech-Verband Bitkom in einer
repräsentativen Umfrage unter 1500 Firmen aller Branchen.
Web 2.0: Stellenmarkt der Zukunft Vor allem große Firmen nutzen Web 2.0 bereits für die Rekrutierung neuer Mitarbeiter.
Meist sind sie in den Online-Netzen mit eigenen Profilen präsent – mit passenden Stellenanzeigen, Möglichkeiten
zur Kontaktaufnahme und Videos mit Informationen zum Arbeitgeber. So sucht Autohersteller Daimler per Kurznachrichtendienst
Twitter junge Leute für ein Logistikpraktikum im Werk Sindelfingen. So hat Deutsche Post DHL in ihrem Karriereportal einen Verweis
auf die Facebook-Seite (www.facebook.com/DeutschePostDHLKarriere). Auf dem Videokanal Youtube präsentiert die Post ein Video à la
James Bond, um jungen Leuten die aufregenden Seiten der Post nahezubringen (www.youtube.com/user/PostKarriere). Und Tiefkühlversender
Eismann bedient unter www.eismannjobs.de alle gängigen Social-Media-Kanäle. Hier bloggen Trainees über ihre Erfahrungen, Stellenangebote
werden über Facebook und Twitter veröffentlicht, und Geschäftsführer Cimmaron Atighetschi appelliert selbst über Youtube an die Zuschauer,
sich bei Eismann zu bewerben.
Aber auch kleinere Speditionen versuchen sich im Internet – allerdings noch zögerlich.So veröffentlicht die Hamburger Spedition
Reimler auf ihrer Facebook-Seite News über neues Personal. Zwar will Geschäftsführerin Helga Christiansen Facebook nicht für die
Personalsuche nutzen, indirekt würden solche Seiten trotzdem bei der Mitarbeiter-Gewinnung helfen. Genutzt werden die Seiten vor
allem von Personalagenturen. Allerdings mit durchwachsenem Erfolg. Holger Fährmann, Geschäftsführer der Personalberatung
People & Projects sieht die Personalaktivitäten über Social Media daher eher zurückhaltend. „Das ist kein Personalsuchetool“,
so seine Erfahrung. Aber es sei ein guter Weg, sich über die Kandidaten zu informieren. Und ein guter Weg, die eigene
Firma bekannter zu machen.
Andreas Wegner, Gesellschafter Personalberatung NJP in Sachsenheim, sieht dies ähnlich.„Es ist wesentlich einfacher“, beschreibt
er einen großen Vorteil. Mit ein paar Klicks ließen sich wechselwillige Leute finden.
Fährmann rät Spediteuren aber, die Erwartungen zunächst niedrig anzusetzen und die klassischen Kanäle nicht zu vernachlässigen.
„Ein bis zwei Jahre dauert es in der Regel, bis man in der Social-Media-Welt einigermaßen bekannt ist“, sagt er. An den neuen
Medien komme wohl künftig kein Unternehmen vorbei. „Sucht ein Kandidat ein Unternehmen aus der Logistik als neuen Arbeitgeber,
schaut er im Internet auch nach dessen Social-Media-Aktivitäten“, weiß Robert Heinemann, Inhaber der gleichnamigen Managementberatung
in München (siehe Interview). Die meisten Personalberater haben dabei eine klare Präferenz, welche Kanäle aus ihrer Sicht für die
Rekrutierung von Mitarbeitern wichtig sind.
Am wichtigsten ist Xing
An erster Stelle steht das Businessnetz Xing (www.xing.de). NJP-Gesellschafter Wegner sieht hier die größten Erfolgsaussichten,
qualifiziertes Fach- und Führungspersonal zu finden. Linkedin oder Facebook seien weniger geeignet. Linkedin ist eher international
ausgelegt und bei Facebook tummeln sich vor allem Privatleute. Insbesondere, wenn der Personalverantwortliche oder der
Geschäftsführer selber einen Xing-Account hat, lassen sich offene Stellen darüber gut kommunizieren und potenzielle Bewerber
ansprechen. „Die Mitgliedschaft in Diskussionsforen und die Beteiligung an Diskussionen erfordert Zeit, ist aber der richtige
Weg, um potenzielle Bewerber auf das Unternehmen aufmerksam zu machen“, sagt Fährmann.
Twitter müsste jede Firma machen, meint Robert Heinemann von Heinemann Management Consulting. Einmal am Tag müsse man einen Tweed mit
Informationen zum Unternehmen absetzen. Das genüge schon. Diese müssten die Firma interessant machen, dann könne man Stellenausschreibungen
darüber kommunizieren. Twitter habe den Vorteil, dass der Kandidat für eine Bewerbung nur 140 Zeichen brauche. Wer es schaffe, sich dennoch
als Kandidat interessant zu machen, dürfe Unterlagen schicken. Dies würde manche Blender aussieben, sagt Heinemann.
Weiterlesen »